Information des Landratsamtes Donau-Ries zur Handhabung von selbsthergestellten Masken und textile Barrieren im privaten Umfeld

Im Internet finden sich zahlreiche Muster zum Selbstnähen von Gesichtsmasken. Mund-Nase-Schutzmasken und selbsthergestellte Gesichtsmasken sind kein Atemschutz!
Selbsthergestellte Gesichtsmasken können im besten Fall wie Mund-Nasen-Schutzmasken wirken und in erster Linie das Risiko verringern, dass (potentiell infektiöse) Speichel- / Schleimtröpfchen des Trägers in die Umgebung gelangen. Mund und Nase des Trägers können allerdings durch Mund-Nase-Schutzmasken und voraussichtlich auch durch selbsthergestellte Masken vor Berührungen durch kontaminierte Hände geschützt werden. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sollte auf keinen Fall dazu führen, dass Abstandsregeln nicht mehr eingehalten oder die Händehygiene nicht mehr umgesetzt wird.

 

Selbsthergestellte Masken bzw. textile Barrieren sollten vor Ersteinsatz gewaschen werden (90 °C-Wäsche eventuell unter Zugabe von Bleichmittel). Sie sind wiederverwendbar.

 

Bei der Benutzung von Masken aus Papier oder Stoff sollten bestimmte Verhaltensregeln berücksichtig werden. Das Tragen einer selbst hergestellten Maske oder textilen Barriere darf in keinem Fall dazu führen, dass die allgemeinen Regeln zum Infektionsschutz d.h. zur Händehygiene und Abstandreglungen vernachlässigt werden.

 

Dabei gilt insbesondere auf folgendes zu achten.

  • Die Maske sollte zu keinem Zeitpunkt um den Hals des Trägers hängen.
  • Der Träger sollte vermeiden die Maske mit den Händen zu berühren.
  • Die Maske sollte bis zur Wäsche so gelagert werden, dass sie trocknen kann, sie niemand anfasst und durch die Maske keine Oberflächen kontaminiert werden (z.B. in einer Schüssel).
  • Die Hände müssen nach Abnehmen und Ablegen der Maske gewaschen werden.
  • Nach dem Absetzen sollte nur eine frische Maske wiederaufgesetzt werden.
  • In Abhängigkeit von der Situation ist ein Vorrat von mehr als 2 Masken pro Person sinnvoll.
  • Das Tragen von selbsthergestellten Masken bzw. textilen Barrieren durch alle Menschen in der Öffentlichkeit kann eine sinnvolle Maßnahme zur Minderung der Freisetzung infektiöser Aerosole darstellen.
  • Eine offizielle Empfehlung kann jedoch nur durch Behörden des Bevölkerungsschutzes ausgesprochen werden.

 

 

Handhabung im beruflichen Umfeld

Die sichere Handhabung von Atemschutzmaßnahmen im beruflichen Umfeld sollte durch eine fachkundige Unterweisung sichergestellt sein. Je nach eingesetztem Atemschutz (-gerät) ergeben sich unterschiedliche Maßnahmen. Dabei sollten Gebrauchsanweisung und Benutzerinformationen des Herstellers berücksichtig werden. In der betrieblichen Praxis sind vor allem Aufsetzanleitung und die Überprüfung des Dichtsitzes für sicheres Arbeiten relevant. Das Tragen von Atemschutzmasken ab FFP2 erfordert eine arbeitsmedizinische Vorsorge.

 

Für Risikogruppen können neben diesen Empfehlungen individuelle Empfehlungen notwendig sein, die im Rahmen einer arbeitsmedizinischen Vorsorge abgeklärt werden müssen.

 

 

Wichtig!

Der Einsatz von Mund- und Naseschutz oder selbst hergestellten Gesichtsmasken darf nicht dazu führen, dass gute Händehygiene (min. 20 s mit Wasser und Seife) und Abstandsetikette (1,5 m Abstand zu anderen Personen) vernachlässigt werden. Nur bei Berücksichtigung der grundlegenden Hygieneregeln und der empfohlenen Handhabung bieten Mund- und Atemschutz zusätzlichen Schutz!

 

 

 

Hier finden Sie eine Empfehlung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zum Einsatz von Schutzmasken und deren Klassifizierungen. 

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