Hotel Krone - Bautagebuch 2021

Hotel Krone

29. März 2021

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

wie in meinem letzten Top-Thema angekündigt, will ich Sie heute über ein paar vorläufige Erkenntnisse der archäologischen Ausgrabungen im Müllerstadel informieren.

 Ausgrabungen Müllerstadel

Beim Anlegen eines Planums unterhalb des entfernten Betonbodens im Müllerstadel traten bereits erste Schichten auf, welche über dort enthaltene Funde, wie Keramikscherben, dem Spätmittelalter zugeordnet werden können. Ebenfalls wurden einzelne Glasscherben mit „Nuppen“ gefunden, welche wohl zu einem Trinkglas der frühen Neuzeit (16. Jhd.) gehörten.

 

Interessant sind alte Mauerzüge, welche auf eine Vorbebauung des Areals im Spätmittelalter, vor der Errichtung des Müllerstadels hindeuten. Diese traten bereits unterhalb des entfernten Fußbodens auf. In vier ausgehobenen Gruben (sogenannte Sondagen) wurden weitere, ältere Mauerzüge festgestellt, welche durch eine jüngere Bebauungsphase gestört wurden. Ein genaueres Ergebnis über die archäologischen Zusammenhänge kann allerdings erst nach einer vollständigen Ausgrabung des Areals, nach dem Abriss des Müllerstadels, erfolgen. Im Moment deutet alles auf eine mehr oder weniger typische Vorbebauung, wie sie in mittelalterlichen Ortskernen zu erwarten ist, hin.

 

In den ehemaligen Räumen des FC Bayer-Fan-Clubs wurden zudem Überreste einer hölzernen Rinne, mutmaßlich aus der frühen Neuzeit, freigelegt. Diese mündet in einen Holzkasten in welcher sich Reste von Geflügelknochen befanden. So könnte es sich hier um einen Hinterhofbereich der Bebauung zur Stadtmauer handeln, wo möglicherweise Geflügel gehalten wurde.

 

Interessante Ergebnisse könnten noch einige tiefe Gruben ergeben, welche bisher bei den Grabungen nicht bis zu ihrer Sohle erschlossen werden konnten. Sie könnten auf frühere Brunnen oder Latrinen hindeuten. Diese wurden meist während oder nach ihrer Nutzungszeit aufgefüllt und könnten noch so einiges an interessantem Fundgut, wie damalige Gebrauchsgegenstände, hervorbringen und somit einen Einblick in die Welt des Mittelalters geben.

 

Die archäologischen Ausgrabungen erbrachten zum Glück noch keine Erkenntnisse, die gegen eine Ausführung der derzeitigen Planung sprechen würden. Nach der entsprechenden Dokumentation können vorrausichtlich die allermeisten Mauern und Befunde entfernt werden.

 

Sollten uns neue archäologische Erkenntnisse vorliegen, werden wir Sie auf diesem Wege wieder darüber informieren.

 

Bis dahin wünsche ich Ihnen alles Gute und sende herzliche Grüße

 

Ihr Thomas Heydecker

 

Eine Bildergalerie zu den Ausgrabungen im Müllerstadel finden Sie HIER. 

 

 

Top-Thema KW 8

 

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

 

das Projekt Hotel Krone beschäftigt uns weiterhin sehr intensiv. Ich könnte hier vermutlich eine Stunde über das Projekt reden. Ich will mich an dieser Stelle allerdings auf die wichtigsten vier Punkte beschränken.

 

Erstens haben wir letzte Woche mit allen beteiligten Fachplanern den aktuellen Stand der Planungen besprochen. Dabei geht es besonders um die zwei Klassiker: Wie lange dauert’s und wieviel kostet’s.   

 

Nun, diese beiden einfachen Fragen sind alles andere als leicht zu beantworten. Denn in diesem hochkomplexen Projekt hängen viele Dinge gegenseitig voneinander ab. 

 

Um eine seriöse Kostenschätzung aufstellen zu können, benötigen wir eine handfeste Planung. Diese Planung braucht allerdings wieder viele Voruntersuchungen, die wir bereits beauftragt haben. Allerdings liegen uns noch nicht alle Ergebnisse vor.

 

Ein paar Beispiele für offene Punkte:

Wie stark ist der Zwischenbau und der Müllerstadel mit Schadstoffen belastet? Zu welchen Entsorgungskosten führt das?

Wie tragfähig ist der Untergrund? Davon hängt dann der Aufwand der Gründung ab.

Wie stark sind die Schäden an der Holzkonstruktion der Krone und wo genau befinden sich diese?

Welche Erwartung haben wir für die Kostensteigerungen beim Baugewerbe?

Diese Liste an Fragen könnte ich noch sehr lange fortsetzen.

 

Durch einen regelmäßigen und engen Austausch mit allen Beteiligten bekommen wir ein immer genaueres Bild von dem Projekt und arbeiten gemeinsam an einer seriösen Zeit- und Kostenplanung. Wir erwarten, dass diese gegen Ende April 2021 soweit sein wird, dass diese dem Stadtrat und Ihnen vorgestellt werden kann.

 

Zweitens machen wir uns bereits jetzt intensiv darüber Gedanken, wie wir einen reibungslosen Ablauf der Baustelle erreichen. Wir erwarten nämlich zu bestimmten Zeiten doch eine ganze Armada an Handwerkerfahrzeugen und Materialanlieferungen. Diese müssen neben dem notwendigen Baukran und den Baustellencontainern Platz finden. Wir gehen aktuell davon aus, dass wir ab Herbst 2021 einen größeren Teil des Saumarktes dafür absperren müssen. Auch der Durchgang durch die Stadtmauer wird ab diesem Zeitpunkt wohl nicht mehr möglich sein. Gemeinsam mit dem Ordnungsamt entwickeln wir Konzepte, wie der Park- und vor allem Fußgängerverkehr in der Zeit bis zur Fertigstellung der Krone dargestellt werden kann.

 

Zur Vorbereitung der Baustelle mussten wir leider ja auch die beiden Bäume im Biergarten fällen. Zudem werden wir demnächst auch die Überdachung des Biergartens entfernen.

 

Drittens ist vielleicht einigen von Ihnen schon aufgefallen, dass die Schäfflergasse aktuell nicht ganz so sauber wie gewohnt ist. Ich bitte Sie alle hier um Verständnis, denn das liegt vor allem an den vorbereitenden Arbeiten für die Archäologie und der Archäologie selbst. Unser Bauhof hat in einer tollen Eigenleistung und unter Absprache mit dem zuständigen Statiker einen Großteil des Betonbodens aus dem Müllerstadel entfernen können. Jetzt arbeiten bereits seit zwei Wochen die Archäologen, um den Untergrund zu erforschen. Natürlich sind diese Arbeiten mit viel Schmutz verbunden. Wir hoffen auf keine bösen Überraschungen. Denn die archäologische Situation an der Stadtmauer beeinflusst maßgeblich das Risiko für Bauzeitverzögerungen beim Ausheben der Baugrube. Die ersten Grabungen sollten gegen Ende April abgeschlossen sein. Wir tauschen uns ständig mit dem archäologischen Grabungsteam aus und werden Fotos ins Bautagebuch stellen, sobald Interessantes gefunden wurde.

 

Viertens machen wir uns schon jetzt Gedanken zu Entscheidungen, die erst in ein paar Monaten umgesetzt werden. Denn diese haben schon jetzt großen Einfluss auf die Grundriss- und Kostenplanung.

 

Um ein paar zu nennen:

  1. Sollen in der Nähe des Hotels Ladesäulen für Elektrofahrzeuge gebaut werden?
  2. Wie können wir die zukünftige Fußgängersituation auf dem Saumarkt sicher gewährleisten?
  3. Wie wird die zukünftige Krone einmal geheizt werden?

 

Zu diesen und noch vielen anderen Themen erarbeiten wir unterschiedliche Varianten, die dann dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt werden können.

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sie sehen, auch wenn Sie eigentlich nicht viel sehen, dass sich beim Thema Krone viel bewegt.

 

Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir Ihnen gegen Ende April konkrete Grundrisse und Ansichten der „Neuen Krone“ zeigen können, die das Projekt dann auch wieder greifbarer für Sie alle machen werden.

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