Fertigstellung der Bauarbeiten zur Neugestaltung des Freibads gefeiert

fertig freibad alle

Bedingt durch die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus wurde die Fertigstellung der Neugestalltung des Oettinger Flussbades am Freitag, 29.05.2020 im kleinen Rahmen mit einem Pressetermin gefeiert. Neben dem Stadtrat waren auch die Architekten und Planer sowie die Presse zu diesem Termin eingeladen. Eine große Einweihungsfeier soll auf jeden Fall folgen, evtl. im Herbst oder nächstes Jahr im Frühling.

 

Fertigstellung Freibad Heydecker"Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah", schwärmt Bürgermeister Heydecker in seiner Begrüßungsrede. Das Oettinger Freibad biete Erholung für Jedermann, ist Treffpunkt für Familien, biete Gelegenheit zum Sport und zum Schwimmen. Er persönlich verknüpfe viele schöne Erinnerungen und Erlebnisse mit dem Wörnitzflussbad, habe hier schwimmen gelernt und laue Sommerabende und -nächte genossen. Schon viele Jahre sei das Wörnitzflussbad für ihn eine große Konstante, die sich mit der Fertigstellung der Baumaßnahmen als neues Schmuckstück zeigt. Da er erst kurz im Amt ist und deshalb nur die Endphase der  Bauarbeiten erlebt habe, übergibt er das Wort an die ehemalige erste Bürgermeisterin Frau Petra Wagner und bittet sie um einen Rückblick.

 

 

"Wasser zieht von jeher Menschen an", so Petra Wagner. Mit seinem alten Fertig Freibad WagnerBaumbestand, der guten Wasserqualität  und den weitläufigen Liegeflächen ist Oettingens Freibad nicht nur eines der letzten Flussfreibäder Bayerns, sondern weist eben einen ganz beonderen Charakter auf. 

 

Das Naherholungsgebiet Mühlespan ist im Jahr 2014 in das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen worden. Aufgrund dieser Förderstelle und um möglichst viele Ideen und Vorschläge zu bekommen, wurde der Planungswettbewerb Mühlespan ausgerufen. 
Dringende Maßnahmen im Eingangsbereich des Freibades sowie die Brücke zur Liegewiese sollten möglichst schnell erneuert werden. 

 

Die schwierige Aufgabe der Jury, bestehend aus Stadtrat, Verwaltung, Städteplaner Gunther Wild, der Quartiermanagerin Sabine Koloska und Herrn Professor Aufmkolk, war es, aus zehn Bewerbern den Sieger auszusuchen.  Gewinner des Planungswettbewerbs wurde eine Gemeinschaftsarbeit des Architekturbüros Storch und dem Planungsbüro Jordan, Schubert, Balzer aus Dresden. 

 

Doch nicht alle Bürger zeigten sich mit dem Siegerentwurf einverstanden. Unter den Oettingern entbrannte ein  Streit über den Standort der Badbrücke und so kam es am 19.01.2017 zum Bürgerentscheid. 829:799 war das Ergebnis dieses Bürgerentscheids - zugunsten des alte Brückenstandorts.

 

Der Bürgerentscheid hat das Vorhaben "Neugestaltung Mühlespan" fast zum Erliegen gebracht. Stadtbaumeister Obermeyer sei es zu verdanken, dass es dennoch weiter ging, so Petra Wagner in ihrem Rückblick. Ihm gelang es, die Architekten noch einmal zu motivieren, damit sie das Kernstück des Freibads, die Brücke, am alten Standort einplanten. Das Niveau des Geländes musste angehoben werden, wertvolle Zeit verstrich und zudem waren die  Kosten in Höhe von 1 Million € nicht mehr haltbar und stiegen auf nunmehr 1,6 Millionen € an. 

 

Glücksfall für Oettingen

Die Verwaltung schaffte es, dass die Regierung von Schwaben  innerhalb von 4 Tagen die Fördermittel von 60 % auf 80 % erhöht. Somit war die Finanzierung gesichert. Nun konnten die Baumaßnahmen als Winterbaustelle starten. Tatsächlich verliefen die Bauarbeiten reibungslos und nur coronabedingt kam es kurzfristig zum Ende der Bauarbeiten zu kleinen Verzögerungen. 

 

 

Fertig FreibadStadtbaumeister Obermeyer fasst in seiner Rede den Ablauf der Baumaßnahmen zusammen und stellt als erstes die anwesenden Planer vor:

 

  • Freianlagen: Landschaftsarchitekt Storch vom Architekturbüro Storch aus Dresden
  • Eingangsgebäude: Herr Architekt Schubert vom Architekturbüro Jordan, Schubert,Balzer aus Dresden
  • Haustechnik: Ing.-Büro Riefle, Wechingen
  • Brückenbau: Herr Gollwitzer vom Ing.-Büro Gollwitzer & Linse, München
  • Kanalsnschluss mit Pumpwerk: Ing.-Büro Pfost, Nördlingen

 

Dann geht er auf die einzelnen Gewerke ein. Nachdem im letzten Sommer ein großer Bauboom zu verzeichnen war, mussten einige Ausschreibungen wiederholt werden. So kam es, dass die Stadt für manche Gewerke erst im dritten Anlauf ein entsprechendes Angebot bekam.

 

Im September 2019 hat der Bauhof mit den Abbrucharbeiten begonnen. Schon 14 Tage später war die Firma Hirschmann aus Treuchtlingen vor Ort. Sie war mit den Baumeisterarbeiten für das Eingangsgebäude und die Brückenlager beauftragt worden.

 

Fast unbemerkt wurde im Spülbohrverfahren die Abwasserdruckleitung unter dem Mühlarm hindurch bis zum Pumpwerk an der Mühlstraße eingezogen und das Abwasserpumpwerk vor dem Kiosk eingebaut. 

 

Zwischenzeitlich wurde von der Firma Fleischmann aus Kulmbach das Eingangsgebäude aus Brettsperrholzplatten in Fertigteilbauweise errichtet und am 4. Dezember 2019 konnte Richtfest gefeiert werden. 

 

Ab November 2019 begann die Firma Lechner aus Megesheim mit den Landschaftsbauarbeiten für die Freianlagen. Sie arbeitete sich vom Streichwehr aus bis zum Eingangsgebäude vor. Sie wird auch die Letzte Firma sein, die nach der Gestaltung des Vorplatzes das Freibad verlässt. Die Firma Lechner hat auch die gesamten Holzbeläge der Wege und der Brücke eingebaut. 

 

Der Bauhof hat alle Gebäude mit Bautüren versehen und so konnten in den Wintermonaten die Ausbaugewerke mit dem Innenausbau beginnen. 

 

Trotz niedriger Temperaturen konnte die Firma Bieber aus Oettingen im Januar 2020 mit den Spenglerarbeiten am Dach des Eingangsgebäudes beginnen und an dieser besonderen Dachform ihr Können unter Beweis stellen. 

 

Ende Januar kam dann der langersehnte Augenblick: der Brückenschlag über den Mühlarm.  Die Bogenbrücke aus Brettschichtholz wurde in einem Teil gefertigt und von der Firma Züblin Timber aus Aichach mit dem Autokran eingehoben. Sofort nach dem Einheben konnte die elegente Brücke begangen werden. Damit konnte die Pontonbrücke, die zum Überqueren des Mühlarms während der Bauzeit notwendig war, abgebaut werden.  

 

Neben den bereits genannten Firmen waren nachfolgende Firmen ebenfalls am Projekt Mühlespan beteiligt:

 

  • Fenster und Außentüren: Firma Rößler, Gerolfingen
  • Schreinerarbeiten: Schreinerei Ott, Oettingen
  • Trockenbauarbeiten: Firma King, Westhausen
  • Malerarbeiten Maler Rauch, Nördlingen
  • Metallarbeiten: Metallbau Hönle, Unterschneidheim
  • Fliesenarbeiten: friedrich Bittner, Oettingen
  • Estricharbeiten: Firma Michel, Wilburgstetten
  • Sanitärinstallation: Firma Hertle, Oettingen
  • Blitzschut: Firma Hubel Elektroanlagen, Mönchsdeggingen
  • Elektroinstallationen: Elektro Soiderer, Oettingen
  •  Gerüstbau: Gerüstbau Maier, Mönchsroth
  • Schließanlage: Firma Nitsch Oettingen
  • Beschilderung. Fischer-Leuchten Oettingen
  • Sicherheits- und Gesundheitskoordination: Projektsteuerung Hberlein, Feuchtwangen
  • Baugrundgutachten und Gründungsberatung: KP Ingenieurgesellschaft, Gunzenhausen

 

Leider kam es zum Schluss aufgrund der Corona-Pandemie doch noch zu einigen Verzögerungen bei der Materiallieferung. Wenn der Hauptstromverteiler in der kommenden Woche angeschlossen und der Zähler eingebaut werden kann, dann steht einer Eröffnung des Freibads am 8. Juni 2020 nichts mehr im Wege. 

 

Mit der Fertigstellung des Eingangsgebäudes stehen den Badegästen moderne WC-Anlagen, 3 Umkleidekabinen, ein behindertengerechtes WC mit Wickeltisch und zwei Warmwasserduschen zur Verfügung. Für die Gäste des Kiosks und der Minigolfanlage wurden zusätzliche Toiletten auf der Außenseite geschaffen. Zwischen dem Eingangsgebäude und dem Kiosk bzw. zwischen Kiosk und Mühlarm wird noch ein/e Zaun/Toranlage installiert, damit während der Öffnungszeiten der Zutritt nur über den Haupteingang möglich ist. Zudem befinden sich 40 Schließfächer für Wertsachen am Haupteingang. 

 

Insgesamt waren für dieses Bauvorhaben Kosten in Höhe von ca. 1 Mio. € (netto) veranschlagt. Bedingt durch die hohe Kostensteigerung und den Anschluss des Freibades an die städtische Kanalisation werden nun die Gesamtkosten bei ca. 1,6 Mio. € netto liegen, wobei der Kostenanteil der Stadt durch die erhöhte Fördersumme im Bayerischen Städtebauförderungsprogramm nahezu gleich geblieben ist. 

 

 

Als letzten Redner übergibt Bürgermeister Heydecker Herrn Architekt Storch aus Dresden das Wort. Dieser erzählt, wie er Fertig Freibadzusammen mit Herrn Schubert vom Büro Jordan, Schubert, Balzer im Jahr 2015 das erste Mal nach Oettingen in das Wörnitzflussbad kam. Sie seien beide sofort von "diesem tollen Bad" begeistert gewesen, mussten allerdings feststellen, "hier kann man nichts verändern, hier kann man nichts wegschmeisen!" Beim Gedankenaustausch sei ihnen bewusst worden, dass man die bestehenden Holz- und Betonflächen weiterführen musste. Die Aufgabenstellung sei gewesen, das Eingangsgebäude und die Brücke zur Liegewiese zu erneuern und ihrer Meinung nach sollte auch nur dies verändert werden. 

 

Dass ihr erster Entwurf bei den Oettinger Bürgern nicht ankam, sei für sie eine sehr große Enttäuschung gewesen. "Wir waren total geknickt", so Herr Storch.  Es habe einige Wochen gedauert, bis Herr Obermeyer sie davon überzeugt habe, dass man nicht gegen die Bevölkerung arbeiten könne und sie soweit waren, dass sie mit  dem Umplanen beginnen konnten.

 

Er und Herr Balzer hätten vor allem versucht, für Oettingen etwas Nachhaltiges, Robustes  und Langlebiges zu schaffen und haben deshalb großen Wert auf Qualität gelegt. Sie seien mit dem Ergebnis auf jeden Fall zufrieden.

 

 

fertig freibadNach einem kleinen Rundgang und nachdem Herr Storch, Herr Balzer und Frau Wagner mit einem Sprung  das neue Hüpfkissen getestet hatten, endete die Veranstaltung - wie im Wörnitzfreibad üblich -  mit einer Käsestange und Getränken am Kiosk.copy of fertig freibad alle

 

 

 

 

 

 

 

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