Ehrenbrief der Stadt Oettingen für Museumspfleger Helmut Jung

Ehrenbrief für Helmut Jung

 

Das Oettinger Heimatmuseum ohne Herrn Helmut Jung? Undenkbar!  Vielen Oettingern ist der ehemalige Lehrer aus ihrer Schulzeit bekannt, aber mindestens genauso viele kennen ihn vom Heimatmuseum Oettingen. Seit 1983 bekleidet er dort das offizielle Amt des Museumspflegers.  Dieser Funktionsträger ist laut Satzung des Heimatvereins ein Mitglied des Vorstandes und eben fürs Museum zuständig. In großen Museen nennt man den Museumspfleger „Kurator“.

 

 

Nun hat die Stadt Oettingen Herrn Helmut Jung mit der Verleihung des Ehrenbriefes eine besondere Ehre zukommen lassen. Ganz gezielt hat Bürgermeisterin Petra Wagner die Übergabe des Ehrenbriefes in die Eröffnungsfeierlichkeiten zur neuen Sonderausstellung „Jung in den Sechzigern“, eine Fortsetzung der vorhergehenden Ausstellung, eingebettet. Herr Jung sollte an seiner Wirkungsstätte und im Beisein der Museumsfans mit der Auszeichnung überrascht werden.

 

 

Dr. Ostenrieder„Der Titel „Jung in den Sechzigern“ könnte auch anders verstanden werden“, leitet Frau Dr. Ostenrieder gekonnt von der Eröffnungsrede auf die Laudatio für Helmut Jung über. Er sei ein echter Zeitzeuge und ein Alt-68, der damals als Student in München echte Demonstrationen erlebte. 1971 verschlug es ihn als Lehrer nach Oettingen, 10 Jahre später wurde er für das Heimatmuseum „angeworben“.

 

Vor ca. 30 Jahren, ging es erst einmal darum festzustellen, was überhaupt im Museumsbestand war. Mit Akribie erstellte Helmut Jung damals die Grundlage für die Museumsarbeit im Heimatmuseum,  eine Inventarliste des Museumsbestandes. Er hielt auch durch, als das Heimatmuseum im Rathaus geschlossen und in die ehemalige Berufsschule verlegt wurde.

Die wechselnden Sonderausstellungen im Heimatmuseum stellen eine dauernde Herausforderung dar. Immer wieder tauchen Fragen auf, die der Nachforschung bedürfen: Bombenangriff, Zwangsarbeiter, Flüchtlingslager – aus manchen Forschungen haben sich Hefte in der von Helmut Jung betreuten Schriftenreihe ergeben. Zum Experten hat er sich beim Einsatz von medialeÜbergaber Technik entwickelt. Ob Filme oder PC-Präsentationen für Ausstellungen, das Museum profitiert von seinen umfassenden Informatik-Kenntnissen.  Zudem ist er auch noch Chefbeleuchtungstechniker des Museums und setzt die Exponate ins richtige Licht. Nicht zuletzt betätigt er sich auch als Grafiker. Die Flyer der Winterausstellungen werden immer von ihm entworfen.

Ganz nebenbei hat er schon tausende von Negativen aus der Sammlung Fischer eingescannt, bearbeitet, archiviert, eingerahmt, aufgehängt, abgenommen… Eigentlich kann Helmut Jung alles, und er macht auch fast alles. Kontinuierlich kümmerte er sich um verschiedenste Dinge, immer konstruktiv, immer kooperativ.  Er ist immer da, wo Not am Mann ist, Ehrenamtlich – und ohne viel Eintrag ins Goldene BuchAufhebens um seine Person! Er ist eben der „gute Geist des Museums“. Nur große Reden schwingt er nicht und das haben die zahlreichen Besucher der Ausstellungseröffnung  auch gar nicht erwartet. Die Bürgermeisterin Wagner überraschte Herrn Jung zum Schluss noch mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Oettingen und forderte Frau Hildegard Miller, 1. Vorsitzende des Heimatvereins, und die anwesenden Stadträte auf,  sich ebenfalls in das Goldene Buch einzutragen.

 

Vokal-Ensemble

Die feierliche musikalische Umrahmung hat das Vokal-Ensemble Oettingen unter der Leitung von Frau Elisabeth Laznicka übernommen.

 

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