Auf Ersuchen des Landratsamtes Donau-Ries geben wir bekannt:

Ausbreitung des Orientalischen Zackenschötchens im Landkreis Donau-Ries

Orientalisches Zackenschötchen

Das Orientalisches Zackenschötchen ist eine neue, zugewanderte Pflanze (Neophyt), die sich zum Teil invasiv im Landkreis ausbreitet. Durch eine starke Vermehrung des Orientalischen Zackenschötchens wird die heimische Flora verdrängt und es bilden sich große, artenarme Grünflächen. Dies betrifft vor allem auch unsere wertvollen Magerrasenstandorte, die dadurch zerstört werden. Ferner werden auch hang- und böschungssichernde Gräser und Stauden im Straßenbereich verdrängt. Da das Orientalische Zackenschötchen diese Funktion nicht übernimmt, kann es auch hier, längerfristig, zu Problemen kommen.
Eine Bekämpfung der Pflanze gestaltet sich als sehr schwierig, da diese sehr raschwüchsig ist und aus einzelnen Wurzelrhizomen wieder austreiben kann (vergleichbar mit schwer bekämpfbaren Ampferarten).


Effektiv ist die Entfernung einzelner Pflanzen mit Unkrautstechern, wobei die lange Pfahlwurzel mit entfernt werden muss. Bei größeren Flächen hilft meistens nur die Mahd vor der Samenreife. Im besten Fall wird das Schnittgut aufgenommen und entsorgt. Können die Flächen nur gemulcht werden, muss dies noch während der Blüte und deutlich vor der Samenreife erfolgen. Da dadurch die Pflanze nicht entfernt, sondern nur an der Vermehrung durch Samen gehindert wird, ist dieser Vorgang immer wieder zu wiederholen.


Da sich das Zackenschötchen vor allem auch über unsere Verkehrswege weiter verbreitet, werden zur Zeit viele Grünstreifen entlang der Staats- und Kreisstraßen gemäht. Viele Landwirte und Gemeinden, vor allem in den betroffenen Gebieten, beteiligen sich ebenfalls an entsprechenden Maßnahmen. Eine gesetzliche Pflicht zur Bekämpfung der Pflanzen besteht nicht – allerdings ist die Eindämmung des Bestandes ein wichtiger Beitrag zum Schutz unserer Kulturlandschaft. Wir wären Ihnen deshalb sehr verbunden, wenn Sie auf Ihren Gemeindeflächen einer Verbreitung des Orientalischen Zackenschötchens entgegenwirken würden.

 

Für nähere Informationen zur Pflanze können wir Ihnen die Homepage des Bundesamts für Naturschutz empfehlen:
https://neobiota.bfn.de/handbuch/gefaesspflanzen/bunias-orientalis.html


Auf besonders wertvollen Standorten, wie beispielsweise Magerrasen, besteht die Möglichkeit nach Rücksprache mit der Regierung von Schwaben, einen Förderantrag zur Eindämmung des Zackenschötchens zu stellen. Gerne steht Ihnen der Landschaftspflegeverband für Fragen zur Verfügung; Kontaktdaten: kuehnert@lpv-don.de oder telefonisch unter 09080/72 50 313.

 

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