Anton Jaumann (Bayerischer Wirtschaftsminister von 1970 - 1988)

ehemaliger Wirtschaftsminister Anton Jaumann

Wer war Anton Jaumann?

 

 

Anton Jaumann wurde am 5. Dezember 1927 als Sohn des Bauern und Bürgermeisters Anton Jaumann in Belzheim geboren. Nach dem Besuch der katholischen Bekenntnisschule im Dorf wechselte er für sechs Jahre aufs Progymnasium in Oettingen und dann aufs Realgymnasium in Nördlingen. Mit 17 Jahren kam er zum Arbeitsdienst und anschließend zur Wehrmacht. Nach Verwundung und amerikanischer Gefangenschaft kehrte er 1945 wieder in die Heimat zurück. Da Vater und Bruder noch in Gefangenschaft weilten, musste er den elterlichen Hof  bewirtschaften und konnte so erst 1948 sein Abitur in Nördlingen ablegen.

 

An der Universität Würzburg begann er ein Studium der „Juristerei und Volkswirtschaft“, ließ sich in den ASTA, die Studentenvertretung, wählen, gründete den „Ring Christlich-Demokratischer Studenten“ (RCDS), wurde dessen 1. Vorsitzender,  Mitglied im Bundesvorstand und von 1951-1953 Landesvorsitzender.

 

1952 legte er die erste, 1957 die zweite juristische Staatsprüfung ab. Er arbeitete am Amtsgericht Nördlingen, später in Dortmund und München, wo er eine eigene Anwaltskanzlei gründete, die er bis 1966 führte.

 

1959 heiratete er die heimatvertriebene Lehrerin Margarete Rollinger. Kinder wurden ihnen nicht geschenkt. Margarete Jaumann sah es als ihre Hauptaufgabe an, ihrem Mann den Rücken für sein vielseitiges Engagement freizuhalten, das er vor allem in der Christlich-Sozialen Union (CSU) fand. Bereits 1958 war er in den Bayerischen Landtag eingezogen, 1963 Generalsekretär der Bayern-CSU. 1966 wurde Jaumann als Staatssekretär ins Kabinett berufen und 1980 zum Staatsminister für Wirtschaft und Verkehr ernannt. Mittelstandspolitik und soziale Marktwirtschaft bestimmten fortan seine Arbeit, wobei strukturschwachen Regionen sein besonderes Augenmerk gehörte. Seine besondere Liebe galt der Pflege alten Handwerks; er plante ein Programm zur Erhaltung der Dorfgasthäuser und sorgte sich um die immer weniger werdenden Dorfläden. Das „Dorferneuerungsprogramm“ wurde von ihm angestoßen. Auch die Verkehrs- und Energiepolitik beeinflusste Jaumann wesentlich. „Weg vom Öl!“ war seine Devise, hin zum „Rohstoff Geist“. So förderte er Forschungs-, Innovations- und Technologieprojekte und wurde so zum Architekten eines modernen Bayern.

 

1975 initiierte Jaumann die Gründung des Vereins Rieser Kulturtage e.V., die inzwischen seit 30 Jahren alle zwei Jahre mit einer Fülle von Veranstaltungen das Rieser Selbstbewusstsein stärken. Mit einem Kulturpreis, der für überragende Leistungen und um große Verdienste für das Ries, vergeben wird, schuf er auch finanzielle Anreize. Die Rettung heimischen Kulturgutes, die Kolpingbewegung und der Deutsche Orden, in dem er 1980 zum Deutschherrenmeister gewählt wurde, lagen ihm weiter am Herzen. 1988 zog er sich aus der Politik zurück und lebte im ehemaligen Pfarrhaus, dem Deutschherrenschloss (Wappen über der Haustür mit 1779) zurückgezogen bis zu seinem Tod am 23. Januar 1994 in Belzheim. Erzbischof  Dr. Josef Stimpfle aus Augsburg amtierte am Grabe neben der Kirche St. Michael.

 

In Würdigung seiner Verdienste verlieh die Stadt Oettingen dem ehemaligen Wirtschaftsminister Anton Jaumann mit Stadtratsbeschluss vom  18.11.1977, am 15.01.1978 die Ehrenbürgerwürde.

 

Im Neubaugebiet „Hopfengärten“ ist eine Straße nach ihm benannt. 

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